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Kortisol und Stress




Einblick in die komplexen Reaktionen des Körpers


Die Reaktion des Organismus auf Stress ist ein komplexer Prozess, der sich in verschiedenen Organen und Systemen in Form chemischer Reaktionen manifestiert. Wenn das Gehirn ein Signal der Gefahr empfängt, beginnt die Hypophyse Adrenokortikotropin (ACTH) zu produzieren, das die Nebennieren zur Produktion anderer Hormone wie Adrenalin und Kortisol anregt. Adrenalin beschleunigt die Atmung und den Herzschlag und erhöht den Blutdruck, um die Zellen besser mit Sauerstoff zu versorgen. Kortisol hingegen stimuliert die Leber zur Freisetzung von Glukose und Fetten, die als Zellbrennstoff dienen.


Diese biochemischen Veränderungen manifestieren sich als unmittelbare Auswirkungen von Stress, die Muskelreaktionen (wie Spannung in Gesichts- und Nackenmuskulatur oder Zähneknirschen), flache und schnelle Atmung, Schmerzreaktionen oder Beschwerden im Magen-Darm-Trakt (Durchfall, Verstopfung, Appetitlosigkeit oder übermäßiger Appetit).


Wenn die Stresssituation vorüber ist, wird die Produktion von Adrenalin und Kortisol allmählich eingestellt, die Körperfunktionen normalisieren sich und der Organismus kehrt in den Zustand der Homöostase zurück. Wenn das Problem jedoch nicht gelöst wird, kommt es zu einer Situation, in der ein Überschuss an Kortisol kontinuierlich in den Blutkreislauf abgegeben wird. Dies beeinträchtigt insbesondere das endokrine und autonome Nervensystem.


Die Energie wird permanent zur Aufrechterhaltung der Spannung in bestimmten Körperteilen verwendet, was zu einem Mangel an Energie für lebenswichtige Funktionen führt. Die Erschöpfung dieser Ressourcen schwächt auch das Immunsystem. Aus physiologischer Sicht führt chronischer Stress unter anderem zu einem Anstieg des Blutdrucks, einem drastischen Abfall von Kalzium und Magnesium (was langfristig Symptome von Tetanie verursachen kann), Störungen im Herzrhythmus, Schwankungen des Blutzuckerspiegels (übermäßige Insulinsekretion) und einem Anstieg des Gehalts freier Fettsäuren im Blut.


Studien haben gezeigt, dass unter anderem Tanzen zu einer signifikanten Reduktion des Cortisolspiegels führt. Bei Personen, die regelmäßig tanzen, war der Cortisolspiegel im Speichel niedriger als in der Kontrollgruppe.


Infolgedessen können üblicherweise kurzfristige und umkehrbare sofortige Stressreaktionen in einen pathologischen Zustand übergehen, insbesondere wenn die Stresssituation erneut auf einen geschwächten Organismus einwirkt, was zu immer größerem Schaden führt. Insbesondere zeigen zahlreiche Studien, dass häufige oder extreme Cortisolausschüttungen entzündungsfördernd wirken.


Auch wenn chronischer Stress Cortisolausschüttungen fördert, sind wir nicht hilflos. Es gibt viele Methoden, die nicht nur dabei helfen, Spannungen abzubauen, sondern auch den überschüssigen Cortisolspiegel im Blut zu senken.


Was erhöht unseren Cortisolspiegel?


Um unseren Cortisolspiegel regulieren zu können, ist es zunächst wichtig zu verstehen, was zu seiner Erhöhung im Blut führen kann. Zu den Faktoren, die den Cortisolspiegel erhöhen können, gehören:


  • Virusinfektionen, die durch die Aktivierung der HPA-Achse durch Zytokine den Cortisolspiegel erhöhen.

  • Schlafmangel.

  • Intensive oder langanhaltende aerobe Übungen erhöhen vorübergehend den Cortisolspiegel, um die Effizienz der Glukoneogenese zu steigern und einen konstanten Blutzuckerspiegel aufrechtzuerhalten.

  • Hypoöstrogenismus und Melatoninsupplementation erhöhen den Cortisolspiegel bei postmenopausalen Frauen.

  • Schwere Traumata oder Stresssituationen können über einen längeren Zeitraum zu einem Anstieg des Cortisolspiegels im Blut führen.

  • Übergewicht und Fettleibigkeit - Unterhautfettgewebe wandelt Cortison in Cortisol um unter Verwendung des Enzyms 11-beta HSD1.

  • Koffein.


Um den Cortisolspiegel zu senken, können verschiedene bewährte Methoden in den Alltag integriert werden. Dazu gehören Entspannungstechniken wie Meditation und progressive Muskelentspannung sowie regelmäßige körperliche Aktivität wie Yoga oder Spaziergänge. Schlafhygiene spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle, da ausreichender und qualitativ hochwertiger Schlaf zur Regulation des Cortisolspiegels beiträgt. Eine ausgewogene Ernährung, reich an Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, kann helfen, den Cortisolspiegel zu senken, während der Verzehr von koffeinhaltigen Getränken und stark verarbeiteten Lebensmitteln vermieden werden sollte. Durch die Integration dieser Methoden in den Alltag kannst du dazu beitragen, deinen Cortisolspiegel zu senken und deine Gesundheit sowie dein Wohlbefinden zu verbessern.

 
 
 

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